Weltreise 09

Von September- November 2009

Mut ist, wenn man trotzdem fliegt

Ein kleiner Schritt auf der Landkarte, ein großer Schritt für mich. Seit ich denken kann, möchte ich eine solche Reise unternehmen. Immer gab es tausend vernünftige Gründe, die dagegen sprachen.  In Wahrheit habe ich mich einfach nicht getraut. Jetzt habe ich den Stein ins Rollen gebracht und es gibt kein zurück mehr.

Hin und wieder bekomme ich Angst vor meiner eigenen Courage, vor der Ungewissheit, die da vor mir liegt. Ich muss aufpassen, dass ich diesen Trip nicht durchorganisiere wie eine Landung auf dem Mond.

Beruhigend sind die Worte des schwedischen Geographen und Entdeckungsreisenden Sven Hedin: “Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen.” Na hoffentlich!!

Wenn Sie mir bitte folgen würden…

Kanada – Japan – Thailand – Laos. In dieser Reihenfolge reise ich einmal um den Globus. Ich starte in Toronto, fahre vier Tage mit dem Zug gen Westen nach Vancouver, fliege in das Land der untergehenden Sonne und von dort aus nach Thailand und Laos.

Geschafft!

Dies ist kein Plädoyer fürs Alleinreisen, sondern eher ein für und wider, eine möglichst ehrliche und objektive Einschätzung. Ich möchte nicht immer alleine reisen, aber die Antwort auf die Frage, ob ich wieder alleine losziehen würde, lautet “Ja”!!

Ich kann gut mir mir reisen, und die Abende, an denen ich alleine gegessen habe, kann ich an einer Hand abzählen. Wer alleine reist, is(s)t nicht alleine!! Ich habe an allen Orten interessante und nette Menschen kennengelernt, schöne Gespräche geführt, Spass gehabt, gelacht und Erfahrungen ausgetauscht.

Diese Begegnungen wiegen alle Schwierigkeiten und Mühen auf, die das Alleinreisen manchmal so mit sich bringt. Man muss sich um alles selbst kümmern, jede Busverbindung selbst recherchieren, immer sein Gepäck im Auge behalten, alle Unwegbarkeiten alleine meistern. Das ist anstrengend, intensiviert aber die Erlebnisse.

Auch war ich nicht immer mutig genug. Den einen oderen anderen Nationalpark in Thailand habe ich nicht zu Gesicht bekommen, zu abenteuerlich klang  die Wegbeschreibung im lonely planet: ” Mit dem Bus zur Abzweigung xy, dann der Strasse durch den Dschungel folgen bis zur Hängebrücke, von dort mit dem Longtailboot weiter…”. Allein: Besser nicht! Zu zweit: wahrscheinlich kein Problem!

Dennoch: Die Zeit mit mir und der großen weiten Welt möchte ich nicht missen. Sie hat mich zuversichtlicher gemacht und vielleicht mutiger. Sie hat mein Vertrauen gestärkt, dass Dinge sich gut entwickeln werden. Am Ende dieser Reise kann ich Sven Hedin nur zustimmen: “Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen.”

3 Gedanken zu “Weltreise 09

  1. liebe tine, nun wissen wir endlich, wo du bist,wie es dir gefällt , es ist toll und spannend deine eindrücke zu lesen, da merken wir erst, wie ihr jungen das richtig macht—mit dem reisen.
    bei uns geht es ganz gut und der alltag hat uns wieder erreicht.
    sei herzlichst gegrüßt von deiner bea und martin

  2. liebe tine,
    ich kann nur ahnen, wo du dich im moment befindest, gibt es einen neuen bericht von dir.
    was ist dein nächstes ziel in süden?
    hier gibt es einen sehr schönen herbst mit herrlicher färbung, bin heute morgen länger gewalkt bei 7-11° grüße aus tübingen

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