11. November: Katzenjammer, Teil 2

Heute abend fliegt Barb zurueck nach Zuerich und ich fuehle mich zum ersten Mal seit Beginn meiner Reise alleine und mutlos. Auf einmal erscheint mir alles gefaehrlich: die tuktuk-Fahrer sind alles potentielle Kleinkriminelle, im Essen lauern Keime und auf meinem Weg in den Norden werde ich in einem Dschungelkaff landen, den letzten Bus verpassen, keine Uebernachtung finden und, und, und….. STOP!!

Um diesen Gedanken keinen Raum zu geben, reserviere ich mir ein Zimmer in Ayuthaya fuer 2 Naechte und erkundige mich nach einer Busverbindung nach Kanchanaburi. Von dort moechte ich weiter gen Norden reisen. Langsam kehrt die alte Reiselust wieder zurueck!

4. November: Shanti, shanti

Unsere Unterkunft ist ein voellig, mit Pflanzen ueberwuchertes Haus in Bangkoks Stadtteil Teweth. Ohne diese Oase wuerde ich diesen Moloch kaum aushalten. Hier ist es angenehm kuehl, man kann den ganzen Nachmittag auf der Terasse sitzen und Mango Lassi trinken. Auf dem Dach gibt es traditionelle Thai-Massagen. Ich habe nur noch einen Wunsch: nachts die tuktuks abstellen!

3. November: noch mehr Fleisch

Wir stehen um 6.00 Uhr auf und machen uns  mit dem Expressboat auf den Weg zum Nonthaburi Market. Es ist diesig und es weht ein angenehm kuehler Wind.

Wir landen auf einem sehr atmosphaerischen und authentischen Markt. Das wird uns sofort bewusst, als wir die ersten Huehnerfuesse, Froschblasen und sonstige Innereien zu sehen bekommen. Manch ein Frosch lebt noch und die Aale versuchen ueber den Rand der Plastikeimer zu entkommen. Ein hoffnungsloses Unternehmen.

Auf dem Rueckweg trinken wir am Pier vorsichtig einen Cappucino. Barb verkuendet, sie werde nur noch Tofu essen. Mir schmeckt das Sweet green curry mit chicken (!) um 12.00 Uhr dagegen wieder richtig gut.

2. November: Khaosan

Wie so viele traveller landen Barb und ich erstmal auf der Khaosan Rd.  Es dauert keine fuenf Minuten und wir sind im Shopping-Rausch. Auf einmal kann ich alles brauchen: Tuecher, Armreifen, Roecke….

Wahrscheinlich steckt in uns allen noch das 10jaehrige Maedchen, das gerne in die Kleiderkiste greift und sich verkleidet. Khaosan ist eine einzige, grosse Kleiderkiste und es macht Spass, darin herumzuwuehlen.

Die Rueckfahrt mit dem tuktuk ist halsbrecherisch, aber wir bringen unsere Schaetze sicher nach Hause.

1. November: Es wird heiss

Ab Bangkok bekomme ich fuer 10 Tage “company”. Meine Freundin Barbara aus Zuerich trifft 1 Tag nach mir ein. Gemeinsam wollen wir auf eine Insel im Sueden Thailands reisen. Welche, wissen wir noch nicht!

Waehrend Tokyo fuer mich ueberraschend zugaenglich war, bin ich von dieser Stadt erstmal voellig “irritiert”: die Farben, die Gerueche , den Laerm und die Hitze muss ich erstmal verarbeiten. Die Stadt ist ein riesiger Fleischtopf. Es trieft, zischt, brodelt und schmort an allen Ecken und Enden. Alles ist fremd, anders.

Zum ersten Mal ziehe ich nicht sofort los, sondern sitze auf der Terasse der Shantilodge und schaue dem Treiben aus sicherer Entfernung zu.