Grau macht herzlich

Auf dem Weg von Essen nach Düsseldorf lege ich einen Zwischenstopp in Duisburg ein. Schon im Bahnhof wird mir relativ schnell klar: Schön ist etwas anderes! Ich habe den Eindruck, dass sich seit den 70er Jahren nichts mehr getan hat. Die Fassaden sind brüchig und vergilbt. Die Stadt wirkt müde und ausgelaugt, wie ein alter Mann, der sich jahrzehntelang krumm gebuckelt hat. Viele Geschäfte stehen leer.

Doch auch diese Ruhrmetropole hat ihre schönen Seiten, wenn man sie ihr abgewinnen kann! Der Innenhafen hat ein Facelifting erfahren. An seiner Promenade vergesse ich beinahe die Trostlosigkeit der Fussgängerzone. Mit dem Schiff fahre ich durch den größten Binnenhafen Europas, vorbei am größten Schrottplatz Europas. Sightseeing mal anders.

An Bord lerne ich Frank kennen. Er hat drei Jahre in Duisburg gearbeitet und kehrt nun wieder nach Hamburg zurück. Zu “La Paloma ole” erzählt er mir von dem Leben in dieser trüben Stadt. Etwas später schlendern wir durch Ruhrort. In diesem Stadtteil wurden in den 80er Jahren viele Schimanski-Tatorte gedreht. Die neue Pächterin der Kneipe “Zum Anker”, Schauplatz des ersten Tatorts 1981 (Ruhrort), erzählt uns begeistert einige Anekdoten. Grau macht herzlich!