25. September: I wanna be a Chickadee

Mit Adrian Dorst gehe ich fruehmorgens auf einen “Bird Walk”. Adrian ist seit 45 Jahren “birdwatcher” und Fotograf. Er ist sehr um das Image seines Hobbies bemueht. Hier in Kanada haben es “birdwatcher” schwer, meint er, entweder wird man als schwul oder behindert angesehen. Auf jeden Fall sei es unmaennlich. Mir ist das egal, ich finde es herrlich fruehmorgens loszuziehen. The early bird catches the worm, so do I!!

Wir beobachten einen Peregrine Falcon beim Jagen. Er hat es auf die Oystercatcher abgesehen. Dieser Falke ist schnell wie ein Flugzeug und Scheichs aus den Emiraten wuerden ein Vermoegen fuer ihn ausgeben. Doch all seine Schnelligkeit nutzt ihm heute morgen nichts, die Oystercatcher sind entwischt.

Ausser dem Falken sehe ich noch eine Harlequin Duck, einen Great Blue Heron, einen Wandering Tattler und Chickadees. Auf dem Rueckweg plaudere ich mit Adrian ueber den Sinn des Lebens. Er ist muede und will auswandern!

21. – 24. September: wild thing

Die Nachmittage verbringe ich am Tonquin- und Long Beach. Das Wetter ist herrlich, obwohl es jetzt langsam etwas kuehler wird. Vormittags mache ich 2 bis 4-stuendige Ausfluege (in kleinen Gruppen + Guide) und erkunde das, was es auf dieser Insel reichlich gibt – Flora & Fauna.

Ich sehe Buckel- und Grauwale, Seeotter & Seeloewen, Robben, Schwarzbaeren und uralte Zedernbaeume. Leider hat auch hier der Mensch seine Spuren hinterlassen. Der alte Baumbestand auf Vancouver Island wurde fast komplett gerodet. An den Berghaengen waechst ein 2ter, wiederaufgeforsteter Wald nach. Es wird mindestens 5000 Jahre dauern, bis dieser so aehnlich aussieht, wie der Rain Forest auf Meares Island.

Die Abende im Hostel sind geruhsam. Man kocht zusammen in der grossen Kueche, irgendjemand spielt Gitarre und manchmal brennt im Kamin ein Feuer. Im Vergleich zu manchen anderen Reisenden, sind meine Kochkuenste beschaemend!

20. September: Peace man!

Tofino ist wirklich ein friedliches & entspanntes Plaetzchen auf diesem Planeten. Jeder laechelt mich an, ob stoned oder nicht. Lange Haare, wilde Baerte, bunte Tuecher, Tattoos und Surfboards wohin ich schaue. Vielleicht liegt es daran, dass am Tag nach meiner Ankunft der “Tofino Peace Day” gefeiert wird.

Hier ist man eins mit sich und der Natur, manche Maenner tragen Roecke (andere gar nichts!), die Frauen tanzen mit Baendern am Strand, im Supermarkt ist alles “organic” und am Strand riecht es nach Gras. Auch mein “Roomie” Natasha “connected” sich mit dem Wasser und schenkt mir ihren Lindenbluetentee.

Ich fuehle mich sofort wohl und beschliesse, mindestens eine Woche zu bleiben. Gut, dass ich den Foehn nicht mitgenommen habe. Den brauche ich hier garantiert nicht.