5. September: waiting

2. Schreck: Ich sitze in der Lounge von VIA RAIL, in 2 Stunden faehrt mein Zug, es ist 20.00 Uhr, alle Geschaefte im Bahnhof haben bereits geschlossen und die naechsten 4 Tage verbringe ich nonstop on the train. Eines sollte eine Frau in einer solchen Situation IMMER dabei haben. Hat sie aber nicht!!

Kaum habe ich das eine Problem geloest, setzt sich das zweite neben mich. Donald aus Champaign/Illinois ist ca. 70 Jahre und auf der Suche nach weiblicher Begleitung. Zum Glueck ist der Zug sehr lang, es liegen 11 Waegen zwischen Donald und mir.

5. September: Toronto-Vancouver

Die naechste Etappe liegt vor mir: Toronto-Vancouver. Die 5000 Kilometer werde ich mit dem Zug zuruecklegen. Abfahrt: heute abend um 22.00 Uhr.

Ich verbringe den Vormittag im AGO (Art Gallery of Ontario). Die meiste Zeit schlendere ich bei den Impressionisten (Group of Seven) herum. Deren beruehmtester Vertreter ist Tom Thompson. Wunderschoen, ich haette gerne eines seiner Bilder.

“THE THING THAT MAKES A PICTURE, IS THE THING THAT MAKES DYNAMITE – COMPRESSION… IT’S AN EXPLOSION. EVERYTHING MUST HIT AT ONCE” (David Milne, painter)

Am Spaetnachmittag sitze ich mit einem Icepresso und einem Buch an der waterfront und geniesse die Abendsonne. Das Gepaeck ist bereits eingecheckt.

4. September: Katzenjammer

Heute nachmittag habe ich zum ersten Mal so etwas wie Heimweh. Am liebsten wuerde ich gleich weiterreisen. Die Ungewissheit macht mich unruhig. Die letzten Tage waren so ausgefuellt mit Vorbereitungen, Gespraechen und Erlebnissen. Ich war staendig auf Achse!

Ich habe das Gefuehl, die Reise geht jetzt erst richtig los. Was wird mich wohl erwarten?

3. September: Street car

Schwarzfahren kann man vielleicht in Stuttgart, aber nicht in Toronto. Ich bin in eine Strassenbahn gestiegen, ohne die Fahrkarte vorzuzeigen und wurde prompt vom Fahrer zurueckgepfiffen. Zu allem Uebel hatte ich auch das Fahrgeld nicht passend. Da hilft auch der Touristenbonus nicht mehr, ich musste aussteigen. Peinlich!

Also setze ich meine Weltreise zu Fuss fort. Erst Chinatown, dann Kensington Market (Karibik), Little Italy und Little Portugal. Spaeter treffe ich Suzy & Jeremy. Es ist ein sehr schoener, unterhaltsamer Abend. Suzy gibt mir gute Tipps fuer Bangkok und Tokio.