13. – 15. November: Streifzug durch Siam

In Ayuthaya wohne ich in einem ehemaligen Schulhaus ganz aus Teakholz.  Die Zimmer sind einfach, aber sauber. Im Garten befindet sich ein Seerosenteich und am Spaetnachmittag staksen einige Wasservoegel durch das Schilf  auf Suche nach Nahrung. Alles ist ruhig und friedlich. Ein perfekter Ort um der Hitze zu entfliehen.

In einiger Entfernung sind die imposanten Tempelanlagen zu sehen und in der Abendstimmung erahnt man, wie schoen und exotisch die einstige Hauptstadt Siams einmal gewesen sein muss.

Heute sind viele Strassen dreckig. Ganze Hunde-Horden streunen durch die Gegend. Sie sehen aus wie gefaehrliche Banditen: humpelnd, einaeugig, verbeult und vernarbt. Auch ich werde einige Male boese verbellt. Nach Sonnenuntergang gehoehren die Ruinen ihnen und ihr Jaulen erklingt bis spaet in die Nacht.

7. November: Paradies, Teil 2

Den naechsten Strand suchen wir uns sehr sorgfaeltig aus. Bamboo Bay befindet sich ganz im Sueden von Ko Lanta, am Rande eines Nationalparks. Verborgen hinter Palmen und Vegetation liegen verstreut einzelne Holzhuetten.

Die zahlreichen travel-agents auf der Faehre haben uns schwer von diesem Ort abgeraten. Dort gebe es nur 2 Restaurants, kein Nachtleben und vor allem, kein Taxifahrer werde uns dort hinbringen. Die Strasse sei in einem sehr schlechten Zustand.

Das sind genau die Kriterien, die man bei der Suche nach einem idyllischen Strand unbedingt beachten sollte!! Ein Taxi ins Paradies findet sich immer!

18. Oktober: Read!!!

Essen in Japan ist ein Abenteuer fuer sich.  Die kleinen Restaurants und Sake-Bars, die viele Japaner nach der Arbeit aufsuchen, haben in der Regel keine englische Speisekarte. Auch die sehr bemuehte, hilfsbereite Bediehnung kann oft kein Englisch. Wenn man Glueck hat,  gibt es ein paar Fotos oder taeuschend echte Nachbildungen der Gerichte zur Auswahl. Falls nicht, nimmt man am besten das, was der Nachbar bestellt hat oder das billigste auf der Karte. Bei einem Fehlgriff, war’s wenigstens nicht so teuer.

Sehr einfallsreich dagegen war folgende Nachricht auf der Speisekarte: “READ!!! The master of this restaurant speaks absolutely no english. If you have problems with the menue, please call the following number…. I’d be right there. Thanks!”

Die skurrilste Geschichte haben mir zwei Deutsche erzaehlt. Sie sind in Tokyo in einem Restaurant gelandet, das ausschliesslich Aal serviert. Eine Spezialitaet des Hauses ist das noch schlagende Herz der Tiere!

5. Oktober: Von Kopf bis Fuss auf Regen eingestellt

Ich habe noch nie so viele Regenschirme auf einmal gesehen. Taifunauslaeufer bestimmen aktuell die Wetterlage  in Japan, d.h. es regnet unaufhoerlich. Am Donnerstag soll es am schlimmsten werden, danach ist Besserung in Sicht.

Die Japaner nehmen’s gelassen, die Stadt ist bestens auf Dauerregen eingestellt. Regenschirme und Gummistiefel gehoeren zur Grundausstattung und die Fahrraeder verfuegen ueber eine entsprechende Halterung. Vor den Geschaeften in der Ginza werden die Schirme in eine Plastikfolie gesteckt, selbst die Einkaufstueten bekommen eine schuetzende Huelle (ueber den Umweltaspekt denkt man besser nicht nach).

Am fruehen Nachmittag gehe ich mit Yuko – passend zum Wetter – auf den beruehmten Fischmarkt in Tsukiji. An einem der vielen Sushi-Staende essen wir zu Mittag. Sie gibt mir viele praktische Tipps, zum Beispiel erklaert sie mir das U-Bahn System.

5. Oktober: “Da muss ich mal in meinen Kalender schauen…”

Bereits in Kanada habe ich mich bei den Couchsurfern angemeldet (www.couchsurfing.org) und 7 Anfragen losgeschickt, in der Hoffnung, dass ich vielleicht 2 Antworten bekomme. 5 Leute haben sich gemeldet und angeboten, mir die Stadt zu zeigen oder abends mit mir auszugehen. Jetzt bin ich ziemlich beschaeftigt, die Termine zu koordinieren, aber fuer mich als Projektleiterin natuerlich eine kleine Fingeruebung ;-)