16. September: Weiter geht’s!

Aufbruch nach Campbell River. Ich verbringe vier Stunden im Greyhound Busund zwei Stunden auf der Faehre. Das Wetter ist regnerisch und bewoelkt. Der Greyhound wird seinem Ruf gerecht, kurz vor Campbell River haben wir eine Reifenpanne.

Nach einer Woche im Hostel kommt mir mein Hotelzimmer vor wie eine Suite: Foehn, Fernseher, Badewanne, alles da! Vor mir liegt ein dreitaegiger Kayaktrip in die Johnston Strait. Wir werden in einem Zeltlager uebernachten und jeden Tag aufbrechen, um Orcas zu finden. Hoffentlich!

14. September: Funktionsunterwaesche

Beim Outfitter in der Broadway Street kaufe ich ein paar unentbehrliche Dinge fuer meinen Kayaktripp auf Vancouver Island. Neben Funktionsunterwaesche, Mueckenschutz  etc. muessen wir auch Toilettenpapier mitbringen. Am Mittwoch geht es los, Ausgangspunkt ist Campbell River. Am Bahnhof hole ich mir noch ein Ticket fuer den Greyhound Bus.

Den Nachmittag verbringe ich in der Emily-Carr Ausstellung in der Vancouver Art Gallery. Das Cafe dort ist die reinste Oase. Eine wunderschoen bepflanzte Terasse mit klassischer Musik. Abends holen wir uns im Liquor Store ein Bier und gehen an den Strand.

12. September: Mahi Mahi

Im Moment lese ich den Roman “Einfach sehen” von Lily Brett. Die Story spielt in New York und beschreibt die Neurosen und den Lebensstil der New Yorker. Ohne es zu ahnen, hat mich dieses Buch bestens auf meine neue Mitbewohnerin vorbereitet.

Azabeh kommt aus New York City. Sie veranstaltet Art-Events und ist auf der Suche nach neuen Locations. Genau habe ich es nicht verstanden, auf jeden Fall hat sie einige wichtige Termine zum Lunch. In Lily Bretts Roman treffen sie sich auch staendig zum Lunch. Dort gibt es dann so ausgefallene Dinge, wie Mahi Mahi, Farngloeckchen und Brunnenkresse.

Azabeh nennt mich nach einer halben Stunde “Darling”, findet alles “lovely” und “cude” und wuerde mich gerne nach Tofino begleiten. Nach einem Blick auf ihre 2 Kosmetiktaschen, finde ich das keine besonders gute Idee.

Etwas spaeter gehen Azabeh, Sara und ich in die Sandbar auf Granville Island. Ratet mal, was ich dort auf der Speisekarte finde! Genau, Mahi Mahi! Das ist uebrigens ein Fisch aus Hawai. Reisen bildet.

10. September: so high

Strahlender Sonnenschein. Ich fruehstuecke mit anderen Globetrottern. Wir erzaehlen und tauschen uns aus. Um 12.00 Uhr ziehe ich los, zuerst in die Public Libary. Dort kann man fuer 1 Std. umsonst ins Internet. Anschliessend lasse ich mich durch die Stadt treiben.

Vancouver ist sehr nordamerikanisch und sehr abgruendig. Ich dachte, 8 Jahre Berlin haetten mich abgehaertet, aber weit gefehlt. An den Anblick der vielen Crack-Junkies ueberall in der Stadt kann ich mich irgendwie nicht gewoehnen.

In Chinatown fuehle ich mich unwohl. Vielleicht sind es die Gerueche: ungefaehr wie vertrockneter Seestern auf der Fensterbank. Auf dem Rueckweg komme ich bei der “Vancouver Seed Bank” vorbei, es riecht nach Gras. Diese Stadt macht high!!