20. November: Abschied von einer Landschaft

Von Sangkhla-Buri geht es heute wieder zurueck nach Bangkok. Die Stimmung ist etwas gedrueckt, jedem faellt der Abschied von dem entspannten Leben auf dem Hausboot schwer.

In Sangkhla-Buri leben viele burmanesische Fluechtlinge. Sie duerfen hier leben und arbeiten, aber ueber die Bruecke hinter Sangkhla-Buri duerfen sie nicht. Sie duerfen kein Moped kaufen, keine Thais heiraten und ein thailaendischer Pass kostet sie 3000 baht (ein Vermoegen!). Immerhin errichtet die thailaendische Regierung in ihren Doerfern eine Schule und bildet die Kinder aus.

Auf der Rueckfahrt starre ich aus dem Fenster. Jedes Bild, jeden Winkel dieser einmaligen Landschaft moechte ich mitnehmen.

19. November: Bamboo Rafting macht doch Spass

Heute stehen Elephant Trekking und Bamboo Rafting auf dem Programm. Anfangs stehe ich diesen Aktivitaeten etwas skeptisch gegenueber, zu einschlaegig und negativ waren meine Eindruecke in den eher touristischen Gebieten.

Doch hier zerstreut die Schoenheit der Natur alle meine Vorurteile. Wir fahren mit einem Longtail-Boot an einer schroffen Felskueste entlang und folgen anschliessend einem Flusstal. Fischerhuetten saeumen das Ufer und die Bauern arbeiten auf den Feldern.

Als es mit dem Boot nicht mehr weitergeht, satteln wir um auf die grossen Dickhaeuter. “mahouts” begleiten uns und kuemmern sich um die Tiere (ohne Schlagstoecke!). Die jungen Maenner stammen aus Burma, ihre Vorfahren aus China. Sie haben den Ruf besonders gute Elefanten-Ausbilder zu sein.

Flussabwaerts geht es mit dem Bambus-Floss, aehnlich wie mit dem Stocherkahn auf dem Neckar. Nur ist Floss etwas wackliger und der “Neckar” hat zahlreiche, kleinere Stromschnellen. Das Ganze ist ein Riesenspass!

18. November: Coconut Island

Die Nacht an Bord war herrlich ruhig und kuehl. Keine Mosquitos! Endlich kann ich mein neues Eau de Toilette DEET von Vifor (auf deutsch: Anti-Brumm ) mal weglassen.

Nach dem Fruehstueck machen wir uns auf den Weg zur Coconut Island. Eine Frau aus Bangkok hat die Insel vom Nationalpark Khao Laem gemietet. Drei burmanesische Familien leben dort und kuemmern sich um die Plantage. Sie bringen woechentlich ungefaehr 500 Kokosnuesse auf den Markt. Das Fleisch dieser Kokosnuss ist etwas besonderes und erzielt einen hoeheren Preis. Ich selbst finde die Frucht nur mit viel Zucker geniessbar.

17. November: Ein Hauch Burma

Von Kanchanaburi geht es zum Khao Laem Staudamm und dort mit dem Hausboot nach Sanghkla Buri, einer kleinen Stadt an der Grenze zu Burma. Wir sind 9 Leute und werden gemeinsam 4 Tage auf dem Boot verbringen.

Nur wenige Touristen verirren sich in diese urspruengliche Region. Wir schippern zwischen kleinen Inseln hindurch und gleiten an einzelnen Fischerhuetten vorbei. Die Landschaft ist wildromantisch. Die ueppige Vegetation formt skurile Skulpturen aus Blaettern und Zweigen. Alles ist eingetaucht in ein sanftes, weiches Licht.

Am ersten Tag ankern wir in einer ruhigen Bucht, gehen schwimmen, paddeln mit dem Kayak ans Ufer und schlagen uns durchs Unterholz zu einem Wasserfall.

Ich kann mein Glueck gar nicht fassen. Vergessen sind die dreckigen Strassen, die streunenden Hunde, der Laerm und der Sex-Tourismus. Das ist das andere Thailand und es ist wunderschoen.

16. November: Hinter tausend Staeben keine Welt

Der beruehmte Tiger Temple ist eine erbaermliche, primitive Touristenattraktion und ich bin mittendrin. Moenche nehmen hier seit einigen Jahrzehnten die Tiere auf. Eine Art Pflegeheim fuer Raubkatzen.

Keine Ahnung, was ich mir darunter vorgestellt habe. Meine naive, verklaerte “Jane-streichelt-den-Tiger”-Fantasie wird auf jeden Fall zurechtgerueckt.  Die stolzen Tiere liegen angekettet im Tiger-Canyon und Touristen stehen Schlange, um einem gedopten Tiger das Hinterteil zu taetscheln und daemlich in die Kamera zu grinsen.

Nach einer halben Stunde bin ich wieder draussen (ohne Foto) und schlage die Zeit tot, bis zur Abfahrt des Busses. Neben mir unterhalten sich drei Australier darueber, wie einfach es ist eine Thai-Frau kennenzulernen. Auch das ist Thailand!

15. November: Die Bruecke ueber den River Kwai

In Kanchanaburi spaziere ich ueber die Death Railway Bridge. Waehrend des 2 Weltkrieges zwangen die japanischen Besatzer ihre Kriegsgefangenen die 415 km lange Eisenbahnlinie zwischen Thailand und Burma in nur 16 Monaten fertig zu stellen. Die Bruecke ueber den River Kwai wurde 1945 von den Alliierten zerstoert.

Ich uebernachte in einem Bungalow direkt am Fluss. Der Ort ist idyllisch, fernab der Karaoke-Bars von Kanchanaburi. Einziger Nachteil: Ich teile mein Zimmer mit zig Eidechsen! Zum ersten Mal kommt mein Moskitonetz zum Einsatz. Etwas zweckentfremdet allerdings, zum Schutz vor dem, was die Eidechsen gerne fallen lassen :-) .

11. November: Katzenjammer, Teil 2

Heute abend fliegt Barb zurueck nach Zuerich und ich fuehle mich zum ersten Mal seit Beginn meiner Reise alleine und mutlos. Auf einmal erscheint mir alles gefaehrlich: die tuktuk-Fahrer sind alles potentielle Kleinkriminelle, im Essen lauern Keime und auf meinem Weg in den Norden werde ich in einem Dschungelkaff landen, den letzten Bus verpassen, keine Uebernachtung finden und, und, und….. STOP!!

Um diesen Gedanken keinen Raum zu geben, reserviere ich mir ein Zimmer in Ayuthaya fuer 2 Naechte und erkundige mich nach einer Busverbindung nach Kanchanaburi. Von dort moechte ich weiter gen Norden reisen. Langsam kehrt die alte Reiselust wieder zurueck!

5. November: Lady Gaga

Die Ueberfahrt nach Ko Phi Phi ist herrlich. Wir sitzen auf Deck der Faehre und blicken aufs Meer. Die Sonne scheint und um die steil aus dem Wasser ragenden Inseln liegt ein tuerkisfarbenes Band. Wir bleiben nicht in Tonsai Village, sondern fahren gleich mit dem Longtail-Boot in eine Nachbarbucht. Dort mieten wir – klassisch – einen Bungalow mit Haengematte!

Es ist paradiesisch! Doch leider hat auf der einstigen Hippie-Insel laengst die Kofferbrigade Einzug gehalten. Nachts toent laut Lady Gaga uebers Wasser und vertreibt alle Traeume vom Insel-Paradies.